Unsere Kirchen

Versammelt um Jesus sind wir Kirche

St. Anna, Denzingen

Ichenhauser Straße 54
Der heute bestehende Bau reicht mit seinen östlichen Teilen vermutlich zurück ins späte Mittelalter. Der Zwiebeldachreiter stammt wohl aus der Mitte des 18. Jhd. 1835 wurde eine Empore eingebaut, 1950-53 erfolgte die Innensanierung bevor 1986/88 restauriert wurde. Aus dieser Zeit geht auch die gemalte Dekoration und Stuckimitation hervor. Zielpunkt des Kirchenraumes ist der sechssäulige Hochaltar, dessen Zentrum eine Figur der Madonna mit Kind aus dem 2. Viertel des 18. Jahrhunderts einnimmt. 2014 wurden umfangreiche Restaurierungsmaßnahmen am Dachstuhl und im Außenbereich der Kirche abgeschlossen.
Foto: Oliver Geißler

St. Blasius, Leinheim

Am Zehenthof 27
Der gotische Kirchenbau wurde Ende des 17. Jhd abgebrochen und bis 1714 neu gebaut. Die Stuckarbeiten wurden um 1760 angefertigt. Die um 1952 freigelegten Deckenfresken orientieren sich an der Legende des Patronen St. Blasius. Sein heutiges Gesicht trägt St. Blasius seit 2007. Nach der Renovierung wurde die Kirche mit einem neuem Altar und Ambo ausgestattet.
Foto: Otto Imminger

St. Erhard, Nornheim

Hermann-Hesse-Straße 2
St. Erhard wurde 1631 auf einem Vorgängerbau erbaut. Die Turmkuppel wurde 1792, 1873 und 1964 wiederhergestellt. Im Barock geschnitzten Hochaltar ist auf dem Altargemälde die Taufe der Hl. Ottila durch den Hl. Erhard zu sehen (1738 von Bernhard de La Pesterie). Stuckarbeiten verzieren den hellen Innenraum.
Foto: Julia Ehrlich

Frauenkirche, Mariä Himmelfahrt

Frauenplatz 2
Die hochgelegene Frauenkirche im Herzen der Altstadt prägt die Stadtsilhouette Günzburgs und wurde erstmals 1382 von Bürgern errichtet. Der große Stadtbrand 1735 legte die gotische Kirche in Schutt und Asche. Trotz der angespannten wirtschaftlichen Situation der Stadt entschloss sich der Magistrat am 4. Juni 1736, den in Landsberg am Lech ansässigen Baumeister Dominikus Zimmermann mit dem Neubau zu beauftragen. 1741 waren Schiff und Chor fertiggestellt; nach wirtschaftlichen Wirren erfolgte 1780 die endgültige Weihe der Rokoko-Kirche. Die Deckenmalerei wurde 1741 von dem aus Söflingen (bei Ulm) stammenden und nach Günzburg zugezogenen Maler Anton Enderle in Freskotechnik geschaffen. Das Dreikönigsbild des Hauptalters ist ein Werk von Paul Ignaz Viola, Mitglied einer Malerfamilie, die Anfang des 18. Jahrhunderts aus Italien nach Günzburg zuzog und durch alle Generationen bis heute im künstlerischen Bereich tätig war und ist. Der Glasschrein am linken Seitenaltar birgt einen Reliquienleib der Märtyrerin Isidora. Die Empore an der Westseite diente zunächst den Franziskanerinnen, dann den Englischen Fräulein als Hauskapelle mit direktem Zugang aus dem Kloster. Die Kirche wurde von 1993 bis 2002 mit einem Kostenaufwand von ca. 5,5 Mio. Euro saniert. Die Günzburger Frauenkirche gehört zu den drei Hauptwerken von Dominikus Zimmermann, wie auch  die Wallfahrtskirche Steinhausen (bei Biberach) und die Wieskirche (bei Steingaden). 
Foto: Julia Ehrlich

Heilig Geist

Christa-Wall-Straße 34
Erste Überlegungen zum Neubau einer zweiten Pfarrkirche im Bereich der Stadt gab es bereits 1882. Nachdem die Einwohnerzahl nach dem Zweiten Weltkrieg rasch anstieg, wurden die Pläne wieder aktuell. Ab 1970 wurde nach der Idee des Architekten Hermann Öttl aus Gersthofen gebaut, die Weihe erfolgte 1973. Für die farbliche Ausgestaltung des Innenraums zeichnet sich Franz Nagl aus München verantwortlich. Der annähernd quadratische Grundriss mit dem Altar als geistige Mitte wird durch die runde Sakramentskapelle im Südosten aufgebrochen. 
Foto: Claudia Jahn

St. Josef, Wasserburg

Ortsstraße 25
Für den im 19. Jhd rasch angewachsenen Ortsteil wurde 1922 mit dem Bau der Kirche St. Josef begonnen. Zuvor gab es an anderer Stelle eine Kapelle der Hl. Vierzehn Nothelfer, bzw. des Hl. Leonhard. 1997 wurde die letzte Renovierung abgeschlossen
Foto: Günter Conrad. 

St. Martin

Pfarrhofplatz 11
Zum ersten Mal wurde 1162 eine Kirche in Günzburg erwähnt, welche mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf die Pfarrkirche St. Martin zu beziehen ist. Mit dem heutigen Namen erscheint sie erstmals im Jahr 1300 in einem Ablassbrief von Papst Bonifaz Vlll. Aus dieser Zeit stammt übrigens auch die älteste erhaltene Glocke. Der älteste Teil der Kirche ist der Unterbau des Turms (ein ehemaliger staufischer Burgturm) mit seinen mächtigen Buckelquadern. Im Turmsockel aus den Buckelquadern aus staufischer Zeit ist eine Gedenkplakette für den Nazi-Kritiker Pfr. Dr. Birner eingelassen, der unter ungeklärten Umständen 1941 im KZ umkam. Der gotische Bau erfuhr um 1680 eine Barockisierung, in dem beispielsweise die Fenster ausgerundet und die Decken stuckiert wurden. Das Gotteshaus kann bereits viele Geschichten über Bauphasen erzählen: 1844 wurde es umgebaut, ab 1885 erweitert, 1964 das alte Kirchenschiff abgebrochen und ein neues angebaut. Bei der letzten Renovierung (1989 – 1992) wurde das Kirchenschiff zu einer Wegekirche umgestaltet und im Zusammenspiel mit den Fenstern (Schiele/Deininger 1965) ein Gang durch die Heilsgeschichte und das Leben und Wirken Jesu eröffnet. Neben den modernen bunten Glasfenstern zieht vor allem die Kreuzigungsgruppe (Kruzifix Mitte 17. Jhd.) die Blicke der Besucher auf sich, ebenso weitere Bildwerke aus Spät- und Neugotik.
Foto: Oliver Geißler 

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St. Sixtus, Reisensburg

Georg-Lacher-Straße 19
Wann Reisensburg seine erste Kirche bekam, ist unklar. Jedoch lässt sich bereits 1462 ein Gotteshaus nachweisen. Am 8. Mai 1780, also einen Tag nach der Frauenkirche, weihte Weihbischof Johann Nepomuk die Kirche St. Sixtus in Reisensburg. Der Vorgänger aus dem Mittelalter wurde 1767 abgerissen. Die Gemälde des Hl. Sixtus, des Hl. Peregrin sowie der „Christus am Kreuz“ stammen von Georg Lacher. 1987/1988 wurde das Innere umgestaltet und mit drei neu auf die Wand gemalten Barockaltären ausgestattet.
Foto: Jürgen Fink 

Kreuzberg in Reisensburg

Der Reisensburger Kreuzweg galt und gilt mit seinen 15 Stationen – nicht zuletzt wegen der Gemälde von Georg Lacher, dem bedeutendsten Sohn Reisensburgs – als herausragender Kreuzberg des Landkreises, wohl auch ganz Schwabens. 1747 wurde der Kreuzweg offiziell errichtet und eingeweiht und 1828 mit dem Bau der Kreuzbergkapelle abgeschlossen. Die ganze Umgebung des „Kalvarienbergs“ in Reisensburg ist ein einziger Lobpreis des Schöpfers. Viele Besucher suchen Entspannung und die Ruhe, die von der uralten Andachtsstätte ausgeht. An der Kapelle tragen sie Anliegen oder auch Dank zu Gott. 2013 renovierten Bürger die Stationen ehrenamtlich.
Foto: Julia Ehrlich 

St. Ulrich, Deffingen

Hauptstraße 30
Der Chor zeigt mit den fünf kräftigen Strebepfeilern die spätgotische Entstehung des Baus. Der Turm an der Nordseite ist im Kern spätmittelalterlich. Eine Restaurierung ist für 1846 überliefert, 1900 erfolgte eine Innenrestaurierung durch Malermeister Mayer und Schreinermeister Saumweber aus Günzburg, 1913 wurde der Außenputz erneuert. 1989 wird die Schablonenmalerei nach Befund erneuert, die drei verlorenen Altäre aus dem 19. Jhd werden nach Fotografien rekonstruiert. Sie nehmen seitdem die Altargemälde von Hundertpfund auf. 
Foto: Herbert Miller

St. Vitus, Riedhausen

St.-Vitus-Straße 12
1425 ist erstmals von einer geistlichen Pfründe für Riedhausen die Rede. Allerdings wird diese mittelalterliche Kirche in den Visitationsprotokollen des 17. Jhd als eng und feucht beschrieben. Nach einigen notdürftigen Sanierungen übertrug man den Neubau nach Plänen der königlichen Bauinspektion in Dillingen dem Günzburger Maurermeister Bayer. Die Weihe erfolgte schließlich am 20. Mai 1847. Sein heutiges Aussehen erhielt der Kirchenraum 1990. 2008/2009 wurde die Kirche letztmalig renoviert und das Dach neu gedeckt.
Foto: Julia Ehrlich 

Text aus: Klaus Kraft (1993). Die Kunstdenkmäler von Schwaben. Landkreis Günzburg. 1. Stadt Günzburg. R. Oldenbourg Verlag, München.
Titelfoto: Elfriede Klauer in pfarrbriefservice.de